ifis-iz_religion_finanzen_32-1

Hochkarätige Konferenz „Religion und Finanzen in Deutschland“ mit internationalen Experten und Wissenschaftlern

Am 04. Mai 2018 veranstaltete das IFIS&IZ eine internationale Konferenz zum Thema „Religion und Finanzen in Deutschland“. Renommierte Wirtschaftsprofessoren und Banker, Rechts- und Ethikexperten sowie Vertreter von Unternehmen und Aufsichtsbehörden kamen zusammen, um die Auswirkung von Glaubenssystemen auf moderne Volkswirtschaften zu diskutierten. Eröffnet wurde die prominent besetzte interdisziplinäre Veranstaltung, die mit der Unterstützung des Kulturhaus der europäischen Muslime (KUDEM) und der KT Bank AG stattfand, durch den Gastgeber Prof. Dr. Hüseyin İlker Çınar (Gründungsdirektor IFIS&IZ). In seinem Eingangsstatement ging Prof. Dr. Çınar auf die theologischen Grundlagen des islamischen Finanz- und Wirtschaftssystems ein und betonte, dass bei einer Neuauslegung der heiligen Texte nicht nur Theologie und Wirtschaft, sondern auch weitere relevante Wissenschaften zur Vermeidung von Missverständnissen und Fehldeutungen zu berücksichtigen sind. Qualifizierte Wissenschaftler müssen sich in einer fachgerechten Art und Weise den Mechanismen des rationalen Denkens und der Innovation bedienen, wenn der Bedarf besteht und die Voraussetzungen erfüllt sind, um auf diesem Wege Rechtsfortbildung betreiben und Fehlentwicklungen korrigieren zu können, so Prof. Dr. Çınar.

Den Impulsvortrag zur Veranstaltung hielt Prof. Dr. Mehmet Asutay (Director, Durham Centre for Islamic Economics and Finance, University of Durham). Prof. Dr. Asutay stellte die Kriterien und Eigenschaften des Moral Economy vor. So seien hierbei neben den juristischen und finanztechnischen Komponenten auch die individuellen Werte und Ethik entscheidend, die er als („eingebettet”) beschrieb. Weitere Beiträge folgten von Dr. Frauke Demuth, die die Ergebnisse ihrer Doktorarbeit „An Islamic Economy based on Rizq“ vorstellte, sowie von Burhanuddin Bin Lukman (Leiter des Takaful-Referats, Malaysia), der die malaysischen Erfahrungen von M&A’s aus islamischer Perspektive durchleuchtete. Interessante Einblicke in das islamische Finanzwesen im globalen Kontext gewährte Prof. Dr. Volker Nienhaus (Rhein-Ruhr Universität Bochum), der in seinen Ausführungen die unterschiedlichen Geschäftsmodelle des konventionellen und ethisch bzw. religiös motivierten Bankings verglich. Hierbei hob Prof. Dr. Nienhaus die Konvergenzen zwischen bereits bestehender Finanzmodelle und des islamischen Bankings hervor und empfahl die Erfahrungen sowie die Systematik der religiös-ethischen Banken, auf die vorher Dr. Brigitte Bertelmann (stellv. Leiterin a. D., Zentrum Gesellschaftliche Verantwortung der Evangelische Kirche in Hessen und Nassau) in ihrem Vortrag einging. Die juristische Sicht auf die Thematik wurde durch Prof. Dr. Matthias Casper (Universität Münster) und Dr. Rüdiger Litten (Fieldfisher Germany LLP) dargestellt; der Beitrag von Dr. Johannes Engels (BaFin, Frankfurt) ermöglichte indessen eine Betrachtung durch die Brille der Aufsicht. In diesem Kontext ging Dr. Ruşen Ahmet Albayrak (Executive Vice President, Corporate and International Banking, Kuveyt Türk Participation Bank) auf das Ecosystem und die Stakeholder des islamischen Bankings ein. Wichtige Impulse in Richtung der islamischen Banken, insbesondere der in Deutschland operierenden Institute, lieferte Ender Önder (TDU Rheinland-Pfalz). Es müsse darum gehen, das Geschäftsmodell sowie die Produkte weiter an die Realitäten und Bedürfnisse der Unternehmer und Privatpersonen anzupassen.

Abgerundet wurde die Konferenz mit einer von Ali Aslan moderierten Podiumsdiskussion, die mit einer Auswahl der Referenten besetzt war. Das IFIS&IZ plant die Beiträge der Konferenz, die auf Englisch und Deutsch mit jeweiliger Simultan-Übersetzung stattfanden, durch eine Tagungspublikation der breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen

Share this post

Share on facebook
Share on google
Share on twitter
Share on linkedin
Share on pinterest
Share on print
Share on email